Fettes Ego, volle Härte – Kommunikation der Zukunft?

6. Juli 2026

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Durchsetzungsstärke, Ellbogentechnik, Deutungshoheit. Alles Eigenschaften, mit denen wir Sieger in Verbindung bringen. Schließlich kommen nur die Harten durch. Schauen wir uns die Autokraten aus Politik oder Tech-Unternehmen an: Es scheint, als könnten sie sich alles leisten – in Worten und Taten. Also: Auf zum rhetorischen Nahkampf? Oder geht es auch anders?

Ich sage, was ich will – und werde belohnt

Die Kommunikation ist ständig im Wandel, das wohnt ihrer Natur inne. Sie entwickelt sich mit der Kultur, dem Fortschritt einer Gesellschaft. Was wir derzeit erleben, ist eine noch nie dagewesene Fülle an Kanälen. Jede, jeder kann Experte sein. Social Media macht es möglich. Die Deutungshoheit wird selbstverständlich beansprucht. Getrieben vom Hunger nach Aufmerksamkeit wird lautstark postuliert und deklamiert. Ganz nach dem Motto: Ich sage, was ich will. Überprüfen tue ich es nicht, es soll ja polarisieren, denn das wird mit Klicks und Kommentaren belohnt. Der ewig gierige Algorithmus muss gefüttert werden.

Abseits von den virtuellen Plattformen tragen wir dieses Verhalten in unsere Meetings, Freundeskreise, Beziehungen. Der Ton wird rauer, Aussagen direkter und härter.

Doch was tun, wenn jemand mit voller Härte kommt, Druck aufbaut, sich über andere erhebt? Kann man dem nur mit Gegendruck beikommen? Müssen wir lernen, härter zu kämpfen, zurückzuschlagen?

Die freundliche Strategie gewinnt

Mitnichten. Aus der Verhaltensökonomik wissen wir, dass Zusammenarbeit (und damit auch Zusammenleben) langfristig besser funktioniert, wenn wir freundlich sind. Das bedeutet keinesfalls, sich etwas gefallen zu lassen. Im Gegenteil. Es braucht klare Prinzipien und eine Grundhaltung: Erst nach Strategien suchen, dann handeln. Leider wird diese intelligente Freundlichkeit oft mit Weichheit verwechselt und als Schwäche abgetan.

Zum Vergleich: Die Liga „Volle Härte“ schreit heraus, bevor sie überlegt. Die Konsequenzen? Verbrannte Erde, zerstörte Beziehungen, Verlust wertvoller Arbeitskräfte. Der Wiederaufbau ist oft schwierig, manchmal unmöglich. Doch das zuzugeben, fällt schwer – schließlich müsste man dann das eigene Handeln oder die eigene Aussage zumindest in Frage stellen.

Reagiert man auf diesen Typus ebenfalls mit voller Härte, erhält man bestenfalls einen Positionskampf. Überlegen wir daher weise, welche Aussagen und Handlungen wir setzen: Grenzen ziehen, klar kontern und zu einer Meinung stehen – aber mit rhetorischer Klugheit. Das bedeutet: Höre, was das Gegenüber sagt. Würdige es kritisch. Setze deutlich den Konter.

Und wenn es allzu hart oder angriffig wird, entscheide bewusst, das Gespräch zu beenden. Mit Bedauern, aber klipp und klar: So können wir das Gespräch leider nicht fortsetzen.

Das sind nur kleine Beispiele, die Konsequenz zeigen, und zwar auf freundliche Art. Der Vorteil: Diese Herangehensweise lässt uns eloquent, aufrecht und stilvoll wirken.

Verzichten wir auf rhetorische Kampfansagen, die vielleicht kurzfristig Anerkennung bringen, langfristig uns jedoch das Wertvollste nehmen: Solide Beziehungen, starke Teams und ein gesundes Umfeld, um sich zu entwickeln.

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