Weihnachtsfeier im Netz: So gelingt die virtuelle Rede

Gute Planung ist die halbe Miete

Viele Unternehmen haben zugewartet und nach Möglichkeiten gesucht, zumindest im kleinen Rahmen feiern zu können. Doch die aktuelle Lage der Pandemie lässt kaum Alternativen zu – also ab ins virtuelle Meeting. Im Laufe der letzten Monate haben wir bereits gelernt: Eine Rede oder Präsentation 1:1 in von Präsenz auf Online-Format ummünzen, das funktioniert nicht. Viel zu schnell schwindet die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden. Darum lautet die Goldene Regel: In der Kürze liegt die Würze.

Wer für die virtuelle Feier eine Stunde ansetzt, ist gut dabei. Schon das Versenden der Einladung ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges. Nicht immer haben alle im Unternehmen ständigen E-Mail-Zugang, deshalb gilt es, verschiedene Kanäle zu nutzen. In der Einladung sollte sich bereits ein kurzer Programmüberblick und eine Info finden, was mitzubringen ist – zum Beispiel eine Tasse Tee. Die Kameras sollten aktiviert sein, das gibt der Feier persönlichen Charakter.

Gibt es musikalische Talente im Unternehmen? Die ersten Minuten können mit etwas Kreativität schön gestaltet werden. Zudem freuen sich viele professionelle Künstlerinnen und Musiker dieser Tage, mit ihren Darbietungen der Feier einen festlichen Rahmen zu verleihen.

Die Zutaten für eine gelungene Rede

Die Rede der Geschäftsleitung sollte nicht länger als fünf bis zehn Minuten sein und drei Kriterien erfüllen:

Erstens – Emotion und eine persönliche Geschichte: Wer Geschichten teilt, durchbricht auch virtuell die Mauer zum Publikum. Menschen identifizieren sich mit Erlebnissen und Erfahrungen viel stärker als mit trockenen Fakten oder klugen Sprichwörtern. „Storytelling kann ich nicht!“ ist eine häufige Ausrede. Dabei geht es ganz einfach. Grundgedanken für eine Geschichte sind zum Beispiel: Welches besondere Erlebnis hatte ich im letzten Jahr im Unternehmen, in meinem Umfeld? Welches Feedback habe ich von Kundinnen, von Mitarbeitern erhalten? Was hat mich in diesem Jahr am meisten berührt? „Ich möchte euch eine Geschichte erzählen“, ist ein Einstieg, der sofort Aufmerksamkeit erzeugt.

Zweitens – Klare Kommunikation und Fakten: Der traditionelle Rückblick auf das Jahr sollte nicht fehlen. Erfreuliches und Jubiläen, besondere Leistungen und Ergebnisse haben darin genauso Platz wie Bedenkliches und weniger optimale Entwicklungen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das Publikum spürt auch im virtuellen Rahmen, wie aufrichtig die vortragende Person ist. Wichtig sind ein positiver Abschluss und Ausblick, damit kein schaler Nachgeschmack bleibt.

Drittens – Wertschätzung und Dankbarkeit: Besonders in diesem Jahr gilt es, die Flexibilität, den persönlichen Einsatz und die Loyalität der Menschen zu loben. Anhand von Beispielen wird das Engagement für alle sichtbar. Ehrliche Wertschätzung sollte ohnehin das ganze Jahr über auf der Agenda stehen und in dieser Rede ihren Höhepunkt haben.

Nach der Rede der Geschäftsleitung ist noch einmal Zeit für eine künstlerische Darbietung, anschließend kommen weitere Personen zu Wort, die aus ihrer Sicht berichten. Wichtig: Redezeit im Vorfeld festlegen – zwei bis drei Minuten pro Person sollten ausreichend sein. Wer möchte, kann auch die Chatfunktion einbinden und in den letzten zehn Minuten allen die Möglichkeit bieten, kurze Statements abzugeben.

Die Wahl der Umgebung spielt übrigens ebenfalls eine wichtige Rolle: Warum den Mitarbeitenden nicht statt der üblichen Homeoffice-Umgebung einen Blick ins Wohnzimmer oder zum Kamin gewähren? Eine wunderbare Möglichkeit, auch im digitalen Setting Nähe und Vertrauen aufzubauen.

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